Wer bin ich | Harald Matlik
Ich bin in Konstanz aufgewachsen, in einem Umfeld, in dem Gestaltung Alltag war.
Mein Vater führte ein Werbeatelier. Entwürfe, Layouts, Druckvorlagen und Kundengespräche gehörten früh dazu. Gestaltung war kein abstrakter Beruf, sondern konkrete Arbeit: Sichtbar, nachvollziehbar und verantwortungsvoll.
Mein eigener Weg begann im klassischen Grafik- und Printdesign.
Satz, Typografie, Bildaufbau und Seitenlogik prägten meine Arbeit lange bevor digitale Oberflächen dominierend wurden. Inhalte mussten funktionieren, weil sie gedruckt wurden. Fehler waren sichtbar, Entscheidungen endgültig.
Mit dem Übergang zu den neuen Medien änderte sich die Arbeit grundlegend.
Gestaltung wurde technischer, komplexer und schneller. Diese Zeit war geprägt von langen Arbeitstagen, häufig bis spät in die Nacht, oft auch an Wochenenden. Projekte liefen parallel, Anforderungen änderten sich laufend, Entscheidungen mussten unter Druck getroffen werden. Diese Phase war fordernd, aber prägend.
Ein wichtiger Abschnitt folgte auf Teneriffa.
Dort habe ich publiziert, gestaltet und redaktionell gearbeitet. Inhalte mussten nicht nur erscheinen, sondern tragen. Projekte sollten verständlich bleiben, auch wenn sie wuchsen und sich veränderten. Diese Arbeit hat meinen Blick geschärft: Für Struktur, Reduktion und für Gestaltung, die sich nicht in den Vordergrund drängt.
Das InselMagazin - wie dieses Projekt entstanden ist ►
Heute arbeite ich allein.
Nicht, weil Zusammenarbeit unwichtig wäre, sondern weil Klarheit Verantwortung braucht. Entscheidungen entstehen aus Erfahrung, Beobachtung und dem Anspruch, Dinge sauber zu durchdenken, bevor sie gestaltet werden.
Mein beruflicher Hintergrund ist nicht linear, aber konsequent.
Über viele Jahre habe ich Gestaltung, Technik und Inhalte aus unterschiedlichen Perspektiven kennengelernt. Diese Erfahrung prägt meine Arbeitsweise bis heute: Weniger Aktionismus, mehr Einordnung.
Wenn ich an einem Projekt arbeite, trage ich die Verantwortung von der ersten Überlegung bis zur Umsetzung.
Es gibt keine Übergaben zwischen Abteilungen, keine Übersetzungsverluste. Gedanken, Entscheidungen und Umsetzung bleiben zusammen. Das schafft Klarheit im Prozess und Verlässlichkeit im Ergebnis.
Ich halte wenig von Inszenierung.
Gestaltung muss nicht laut sein, um Wirkung zu entfalten. Wichtig ist, dass sie ehrlich ist und zum Inhalt passt. Das gilt für Websites ebenso wie für grafische Arbeiten.
Meine Arbeitsweise ist eine bewusste Antwort auf das, was ich zu oft gesehen habe:
Zu viele Ideen, zu wenig Struktur, Entscheidungen ohne Grundlage. Was entsteht, soll ruhig, logisch und nachvollziehbar sein. Für die Menschen, die es nutzen - und für die, die es später weiterführen.

