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Zwischen Struktur und Gestaltung

„Kurze Texte - Gedanken über Gestaltung, Technik und Klarheit...”


Gibt es einen Goldenen Schnitt im Webdesign

Webdesign

Der Goldene Schnitt taucht im Webdesign immer wieder als Versprechen auf. Als feste Regel funktioniert er dort jedoch nicht. Als Denkmodell sehr wohl.

Der Ursprung des Gedankens

Der Goldene Schnitt beschreibt ein Proportionsverhältnis, das als ausgewogen empfunden wird. Er entstand aus Beobachtung, nicht aus Designabsicht.

In statischen Medien wie Architektur oder Buchgestaltung ließ sich dieses Verhältnis bewusst anwenden.

Warum das Web anders funktioniert

Webdesign ist nicht statisch. Bildschirmgrößen ändern sich, Inhalte wachsen, Nutzer verhalten sich unterschiedlich.

Ein festes Zahlenverhältnis verliert unter diesen Bedingungen seine Verlässlichkeit.

Responsive Design widerspricht festen Proportionen

Layouts passen sich an Geräte an. Spalten brechen um, Abstände verändern sich, Inhalte ordnen sich neu.

Ein starrer Goldener Schnitt würde diese Flexibilität behindern.

Warum der Gedanke trotzdem sinnvoll bleibt

Auch wenn das exakte Verhältnis nicht haltbar ist, bleibt das Prinzip relevant.

Es geht um Balance zwischen Hauptinhalt und Nebenbereichen, um Gewichtung statt Gleichverteilung.

Der Goldene Schnitt als Näherung

Viele Weblayouts nutzen Annäherungen: etwa 60 zu 40 oder 65 zu 35.

Diese Werte sind nicht mathematisch exakt, wirken aber ruhig und nachvollziehbar.

Gestaltungsraster statt Zahlenmystik

Moderne Grids arbeiten mit flexiblen Einheiten. Sie schaffen Ordnung ohne starre Vorgaben.

Das Ergebnis ist oft näher am Geist des Goldenen Schnitts als jede exakte Berechnung.

Wahrnehmung schlägt Mathematik

Was ausgewogen wirkt, entscheidet das Auge, nicht die Formel.

Ein funktionierendes Layout darf vom Goldenen Schnitt abweichen, solange es verständlich bleibt.

Persönliche Einordnung

Ich nutze den Goldenen Schnitt nicht als Regel, sondern als Referenz.

Er erinnert daran, dass Gestaltung immer ein Spiel aus Spannung und Ruhe ist.

Im Web entscheidet am Ende nicht das Verhältnis, sondern die Wirkung.