MatBlog | Matlik-Design Konstanz
Zwischen Struktur und Gestaltung
„Kurze Texte - Gedanken über Gestaltung, Technik und Klarheit...”
Wie viele Schriftarten braucht ein Text wirklich?
Es hält sich hartnäckig die Vorstellung, gute Gestaltung entstehe durch Vielfalt. Mehr Schriften, mehr Abwechslung, mehr Ausdruck. In der Typografie gilt jedoch seit jeher das Gegenteil. Nicht aus Dogmatismus, sondern aus Erfahrung.
Mikrotypografie: Warum Details den Ton setzen
Mikrotypografie fällt kaum auf. Genau deshalb entscheidet sie über den Eindruck von Sorgfalt und Haltung.
Blocksatz ist kein Qualitätsmerkmal
Blocksatz wirkt auf den ersten Blick ordentlich und professionell. Gute Typografie entsteht dadurch aber nicht automatisch.
Weißraum ist kein leerer Platz
Weißraum wird häufig als Verschwendung verstanden. Tatsächlich ist er das, was Text erst lesbar und ordnend macht.
Schrift wirkt bevor sie gelesen wird
Noch bevor ein Wort verstanden wird, hat die Schrift längst gesprochen. Haltung, Tempo und Erwartung entstehen früher als Inhalt.
Die Zeilenlänge entscheidet vor der Schrift
Viele typografische Probleme werden der Schrift zugeschrieben. Tatsächlich entstehen sie oft durch eine falsch gewählte Zeilenlänge.
Serifenschriften und ihre feinen Unterschiede
Serifenschriften sind keine einheitliche Gruppe. Ihre Unterschiede erzählen viel über Zeit, Technik und Lesegewohnheiten.
Kerning ist Aufmerksamkeit für Details
Kerning fällt selten auf, wenn es gut gemacht ist. Genau darin liegt seine Aufgabe.
Laufweite ist kein Regler für Ungeduld
Laufweite wird oft benutzt, um etwas schnell zu reparieren. Meist verschiebt sie dabei mehr Probleme, als sie löst.
Serif oder Sans Serif ist keine Glaubensfrage
Serif oder Sans Serif wird oft wie eine Stilentscheidung behandelt. In Wirklichkeit geht es um Kontext, Länge und Haltung zum Lesen.
Serifen sind kein Schmuck
Serifen gelten vielen als dekorativ oder altmodisch. Tatsächlich sind sie das Ergebnis sehr konkreter Lese- und Druckerfahrungen.
Typografie entstand nicht am Bildschirm
Viele typografische Regeln wirken heute wie Konventionen. Tatsächlich sind sie das Ergebnis von Material, Handwerk und sehr viel Erfahrung.
Der Zeilenabstand lernte aus Erfahrung
Zeilenabstand ist keine Geschmacksfrage. Er ist das Ergebnis jahrhundertelanger Erfahrung im Umgang mit Text, Augen und Ermüdung.
Typografie ist auch Unsichtbarkeit
Gute Typografie fällt nicht auf. Sie trägt Inhalte, ohne sich wichtig zu machen. Erst wenn sie fehlt, merkt man, wie viel Arbeit sie still erledigt.
Lesen ist kein Zufall
Texte werden nicht nur gelesen, sie werden erlebt. Typografie entscheidet darüber, ob Lesen anstrengend ist oder selbstverständlich wirkt. Gute Lesbarkeit entsteht nicht zufällig.
Schusterjungen, Hurenkinder und typografische Feinheiten
Typografie ist geprägt von Regeln, Erfahrung und einem eigenwilligen Fachvokabular. Begriffe wie Schusterjunge oder Hurenkind wirken auf den ersten Blick fremd, gehören aber seit langem zur Satztechnik. Sie benennen keine Nebensächlichkeiten, sondern konkrete Probleme im Textbild, die über Ruhe oder Unruhe eines Layouts entscheiden.

