Zwei Schriftwelten, ein Zweck
Serifenschriften und serifenlose Schriften verfolgen dasselbe Ziel: Text lesbar machen. Der Weg dorthin unterscheidet sich.
Serifen führen das Auge entlang der Zeile. Sans Serif setzen auf klare Formen und gleichmäßige Strichstärken.
Warum Sans Serif lange dominant waren
Frühe Bildschirme hatten geringe Auflösungen. Feine Details verschwammen, Serifen wirkten unsauber.
Serifenlose Schriften waren robuster. Sie überlebten Pixelraster besser und wurden zum Standard im Web.
Leselänge entscheidet
Kurze Texte, Navigationen oder Interfaces profitieren oft von Sans Serif. Sie wirken direkt und ruhig.
Lange Fließtexte hingegen gewinnen häufig durch Serifen. Das Auge findet schneller Halt und ermüdet langsamer.
Gestaltung ist Kontext
Eine Schrift ist nicht gut oder schlecht. Sie passt oder passt nicht.
Ein Magazintext folgt anderen Regeln als ein Button, ein Essay anderen als ein Formular.
Moderne Technik, alte Unterschiede
Mit heutigen Displays sind technische Gründe weitgehend entfallen. Die Entscheidung ist wieder gestalterisch.
Damit wird Typografie ehrlicher. Man kann wieder nach Wirkung entscheiden.
Eigene Praxis
Ich beginne selten mit der Schrift. Ich beginne mit dem Text.
Wenn der Text steht, zeigt sich oft von selbst, ob er Serifen braucht oder nicht.

