Was Serifen eigentlich sind
Serifen sind die kleinen Quer- oder Abschlussstriche an Buchstaben. Sie finden sich an Enden von Schäften, Bögen oder Querbalken und wirken oft unscheinbar.
Ihre Existenz hat jedoch weniger mit Stil zu tun als mit Funktion.
Entstehung aus Werkzeug und Material
Serifen entstanden nicht am Reißbrett. Sie sind Nebenprodukte früher Schreib- und Drucktechniken.
Beim Schreiben mit Feder oder Meißel ergaben sich an Linienenden automatisch kleine Ausläufer. Diese wurden später bewusst übernommen, weil sie sich bewährten.
Warum Serifen das Lesen unterstützen
Serifen verbinden Buchstaben optisch zu einer Linie. Das Auge kann dadurch leichter von Zeichen zu Zeichen springen.
Besonders in längeren Texten entsteht so ein ruhigerer Lesefluss.
Serifen und Druckqualität
Im klassischen Buchdruck halfen Serifen, Farbe sauber zu verteilen und Konturen stabil erscheinen zu lassen.
Ohne diese kleinen Formen wirkten Buchstaben oft schwächer oder ungleichmäßig.
Der Bruch mit der Moderne
Mit der Moderne und später dem Bildschirm galten Serifen zeitweise als überholt. Sans-Serif-Schriften wirkten klarer, technischer, zeitgemäßer.
Das war weniger eine Lesefrage als eine Haltung.
Serifen im digitalen Raum
Moderne Displays haben viele frühere Probleme gelöst. Hohe Auflösungen erlauben feinste Details.
Damit kehren Serifen zurück. Nicht aus Nostalgie, sondern weil ihre Wirkung wieder sichtbar wird.
Persönliche Beobachtung
Serifen fallen mir meist erst dann auf, wenn sie fehlen. Besonders bei langen Texten entsteht schneller Ermüdung.
Serifen sind keine Zierde. Sie sind eine leise Hilfe für das Auge.

