Der Unterschied zur Laufweite
Kerning betrifft nicht den Text als Ganzes, sondern einzelne Buchstabenpaare. Bestimmte Kombinationen erzeugen optische Lücken oder Kollisionen, obwohl der Abstand rechnerisch korrekt ist.
Das Auge misst nicht in Einheiten. Es reagiert auf Formen.
Warum manche Buchstaben Probleme machen
Buchstaben wie A, V, oder W besitzen schräge Formen. Treffen sie auf Rundungen oder Senkrechten, entstehen ungleichmäßige Zwischenräume.
Ohne Kerning wirken Wörter dadurch unruhig, manchmal sogar falsch getrennt.
Automatik reicht selten aus
Moderne Schriften enthalten Kerning-Tabellen. Sie leisten gute Arbeit, aber sie kennen keinen Kontext.
Überschriften, Logos oder große Schriftgrade verlangen oft nach manueller Korrektur.
Kerning und Wortbild
Gutes Kerning stabilisiert das Wortbild. Buchstaben stehen nicht einzeln nebeneinander, sondern bilden eine geschlossene Form.
Das Lesen wird dadurch nicht schneller, aber ruhiger.
Typischer Fehler: Überkorrektur
Zu starkes Kerning wirkt sofort künstlich. Buchstaben beginnen sich zu berühren oder verlieren ihre Eigenständigkeit.
Kerning ist kein sichtbarer Effekt. Es ist eine Korrektur im Hintergrund.
Kerning im Web
Im Web ist man eingeschränkter als im Print. Trotzdem lohnt es sich, besonders bei großen Überschriften genau hinzusehen.
Ein schlecht gekerntes Wort bleibt länger im Kopf als ein gutes.
Eigene Haltung
Ich kerne selten lange Texte. Aber ich kerne fast immer Überschriften.
Wenn ein Titel nicht ruhig steht, hilft kein Layout.

