PAUSE

MatBlog | Matlik-Design Konstanz

Zwischen Struktur und Gestaltung

„Kurze Texte - Gedanken über Gestaltung, Technik und Klarheit...”


Lesen ist kein Zufall

Typografie

Texte werden nicht nur gelesen, sie werden erlebt. Typografie entscheidet darüber, ob Lesen anstrengend ist oder selbstverständlich wirkt. Gute Lesbarkeit entsteht nicht zufällig.

Lesen ist eine körperliche Erfahrung

Lesen findet nicht nur im Kopf statt. Augen bewegen sich, Zeilen werden verfolgt, Pausen entstehen. Typografie greift direkt in diesen Prozess ein. Sie kann unterstützen oder behindern.

Wer Texte gestaltet, gestaltet damit auch Aufmerksamkeit und Konzentration.

Zeilenlänge und Rhythmus

Zu lange Zeilen ermüden. Zu kurze unterbrechen den Lesefluss. Lesbarkeit entsteht dort, wo ein natürlicher Rhythmus entsteht und das Auge ohne Anstrengung von Zeile zu Zeile findet.

Dieser Rhythmus ist kein fixer Wert, sondern abhängig von Schrift, Größe und Medium.

Schrift ist keine Dekoration

Schriften tragen Charakter, aber auch Verantwortung. Eine gut gewählte Schrift fällt nicht auf. Sie ermöglicht Lesen, ohne sich selbst in den Vordergrund zu stellen.

Je stärker eine Schrift sich ausdrückt, desto bewusster muss ihr Einsatz sein.

Abstände schaffen Ruhe

Zeilenabstand, Absatzabstand und Weißraum sind keine leeren Flächen. Sie strukturieren Inhalte und geben dem Text Raum zum Atmen.

Zu wenig Abstand erzeugt Enge. Zu viel Abstand zerstört Zusammenhang. Auch hier entscheidet Maß.

Lesbarkeit vor Stil

Typografischer Stil darf niemals wichtiger sein als Lesbarkeit. Effekte, extreme Schnitte oder verspielte Details mögen Aufmerksamkeit erzeugen, kosten aber oft Verständnis.

Gute Typografie stellt den Text über den Effekt.

Lesen ermöglichen

Am Ende ist Typografie ein Dienst am Inhalt. Sie entscheidet nicht darüber, was gesagt wird, aber darüber, ob es ankommt.

Lesen ist kein Zufall. Es ist das Ergebnis vieler kleiner, bewusster Entscheidungen.