Farbe ist nicht gleich Farbe
Auf dem Bildschirm leuchten Farben. Auf Papier liegen sie still. Dieser Unterschied ist kein Detail, sondern der Kern der Sache. RGB arbeitet mit Licht, CMYK mit Farbe als Material.
Was identisch aussieht, entsteht auf völlig unterschiedliche Weise.
RGB: Farbe durch Licht
RGB steht für Rot, Grün und Blau. Diese drei Lichtfarben addieren sich. Je mehr Licht hinzukommt, desto heller wird das Ergebnis. Weiß entsteht aus voller Helligkeit, Schwarz aus Abwesenheit von Licht.
Bildschirme, Smartphones und Monitore arbeiten ausschließlich in diesem Prinzip.
CMYK: Farbe durch Wegnahme
CMYK funktioniert entgegengesetzt. Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz werden auf ein helles Medium aufgebracht. Je mehr Farbe gedruckt wird, desto dunkler wird das Ergebnis.
Weiß ist hier keine Farbe, sondern das Papier selbst.
Warum Farben sich verändern
Ein kräftiges Blau auf dem Bildschirm kann im Druck stumpf wirken. Leuchtende Grüntöne verlieren an Intensität. Das liegt nicht an schlechter Umsetzung, sondern an physikalischen Grenzen.
Ein Bildschirm kann Licht erzeugen. Papier nicht.
Der häufigste Denkfehler
Viele Entwürfe entstehen vollständig im RGB-Raum und werden erst später für den Druck vorbereitet. Dabei gehen Informationen verloren, die vorher nie sichtbar waren.
Farbprobleme entstehen oft nicht beim Drucken, sondern beim Denken.
Bewusst zwischen Systemen wechseln
Gute Gestaltung berücksichtigt das Zielmedium von Anfang an. Bildschirm oder Papier. Licht oder Pigment. Bewegung oder Ruhe.
CMYK und RGB sind keine konkurrierenden Systeme. Sie sind Werkzeuge für unterschiedliche Aufgaben.
Warum dieses Wissen bleibt
Auch wenn sich Technik weiterentwickelt, bleibt der Unterschied bestehen. Licht verhält sich anders als Farbe. Das wird sich nicht ändern.
Wer diese Trennung akzeptiert, arbeitet ruhiger, präziser und mit weniger Überraschungen.

