Der Reiz des Vorhandenen
Ein leeres Dokument ist bequem. Es verspricht Freiheit und Kontrolle. In der Praxis sind Projekte jedoch selten leer. Inhalte existieren, Erwartungen ebenso.
Gestaltung im Bestand bedeutet, diese Realität anzunehmen und sinnvoll weiterzuentwickeln.
Respekt vor Geschichte
Bestehende Strukturen sind nicht automatisch falsch. Sie sind das Ergebnis früherer Entscheidungen, Anforderungen und Möglichkeiten.
Wer sie versteht, kann gezielt verbessern, statt reflexhaft zu ersetzen.
Kleine Schritte schlagen große Würfe
Im Bestand wirken kleine, saubere Anpassungen oft stärker als radikale Umbrüche. Abstände, Benennungen, Reihenfolgen. Dinge, die nicht auffallen sollen.
Nachhaltige Qualität entsteht selten durch einen großen Schnitt.
Lesbarkeit vor Perfektion
Bestehende Inhalte sind selten perfekt. Sie müssen es auch nicht sein. Entscheidend ist, ob sie verständlich, zugänglich und pflegbar bleiben.
Gestaltungspraxis bedeutet, mit dem zu arbeiten, was da ist, nicht mit Idealvorstellungen.
Eigene Eitelkeit zurückstellen
Im Bestand zu arbeiten heißt auch, nicht überall die eigene Handschrift durchsetzen zu wollen. Nicht jede Lösung muss sichtbar neu sein.
Gute Gestaltung erkennt man oft daran, dass sie sich unauffällig einfügt.
Warum sich das lohnt
Arbeiten im Bestand schafft Kontinuität. Nutzer finden sich schneller zurecht, Inhalte bleiben anschlussfähig.
Gestaltung wird so weniger spektakulär, aber deutlich wirksamer.

