Warum ich mit Gestaltung warte
Es klingt ungeduldig, ist aber das Gegenteil. Ich habe zu oft gesehen, was passiert, wenn Gestaltung schneller ist als der Inhalt. Schöne Oberflächen, die später mühsam zurechtgebogen werden müssen.
Seitdem halte ich inne. Erst lesen, dann denken, dann gestalten.
Texte lügen nicht
Texte zeigen sehr schnell, ob eine Struktur trägt. Sie sind unbequem, weil sie Platz brauchen und Zusammenhänge offenlegen. Genau deshalb sind sie so hilfreich.
Wenn ein Layout mit echten Texten funktioniert, funktioniert es auch später.
Bilder kommen nicht zuerst
Bilder sind stark. Manchmal zu stark. Sie verführen dazu, Gestaltung zu emotional zu denken. Aber ohne inhaltlichen Rahmen bleiben sie Behauptung.
Ich setze Bilder gern dann ein, wenn klar ist, was sie unterstützen sollen.
Inhalte setzen Grenzen
Grenzen sind nichts Schlechtes. Sie helfen bei Entscheidungen. Ein Inhalt verlangt Klarheit, ein anderer Zurückhaltung. Das ist keine Einschränkung, sondern Orientierung.
Gestaltung wird dadurch ruhiger und zielgerichteter.
Aus Erfahrung gelernt
Viele dieser Prinzipien habe ich mir nicht theoretisch erarbeitet. Sie sind Ergebnis von Korrekturen, Umwegen und Projekten, die im zweiten Anlauf besser wurden.
Je früher Inhalte ernst genommen werden, desto weniger muss später repariert werden.
Gestaltung als Folge, nicht als Start
Am Ende entsteht Gestaltung trotzdem. Farben, Proportionen, Typografie. Aber sie wirken anders, wenn sie aus dem Inhalt heraus entstehen.
Vielleicht ist das der Grund, warum ich lieber langsam beginne. Weil das Ergebnis länger trägt.

