Der erste Eindruck ist typografisch
Ein Text beginnt nicht mit dem ersten Satz, sondern mit seinem Erscheinungsbild. Schriftform, Größe und Rhythmus erzeugen sofort eine Stimmung.
Leser entscheiden in Sekunden, ob sie bleiben oder weiterziehen.
Warum gleiche Texte unterschiedlich wirken
Der gleiche Inhalt kann sachlich, erzählerisch oder distanziert wirken. Allein durch die Wahl der Schrift.
Das liegt daran, dass Schrift immer auch kulturelle Erfahrung transportiert.
Tempo entsteht durch Form
Schmale Buchstaben, enge Zeilen und geringer Zeilenabstand erzeugen Geschwindigkeit.
Großzügige Formen, Luft und ruhige Kontraste verlangsamen das Lesen.
Typografie als Einladung
Gute Typografie zwingt nicht. Sie lädt ein.
Sie erklärt dem Auge, wie der Text gemeint ist, noch bevor der Kopf einsteigt.
Der stille Vertrag mit dem Leser
Wer sorgfältig setzt, signalisiert Respekt. Nicht laut, sondern selbstverständlich.
Der Leser spürt: Hier wurde mitgedacht.
Typischer Fehler
Schrift wird oft zuletzt gewählt. Wenn alles andere schon feststeht.
Dabei entscheidet sie früh darüber, ob ein Text überhaupt eine Chance bekommt.
Eigene Haltung
Ich lese Texte oft ohne Inhalt. Nur als Fläche.
Wenn diese Fläche ruhig ist, lohnt sich fast immer auch der Text.

