Was mit Zeilenlänge gemeint ist
Die Zeilenlänge beschreibt, wie viele Zeichen eine Textzeile enthält. Nicht in Pixeln, sondern in Lesestrecke.
Das Auge muss diese Strecke erfassen, verarbeiten und am Zeilenende wieder zum Anfang zurückfinden.
Zu lang ist anstrengend
Sehr lange Zeilen wirken aufgeräumt, sind aber schwer zu lesen. Das Auge verliert beim Zeilensprung leicht den Anschluss.
Der Text fühlt sich dann anstrengend an, obwohl Schrift und Größe korrekt gewählt sind.
Zu kurz ist unruhig
Sehr kurze Zeilen zerhacken den Text. Der Lesefluss wird ständig unterbrochen.
Besonders bei Fließtext entsteht so eine unnötige Rhythmusstörung.
Die oft zitierte Faustregel
Häufig werden 50 bis 75 Zeichen pro Zeile genannt. Das ist kein Dogma, sondern ein Erfahrungswert.
Schriftart, Schriftgröße und Zeilenabstand spielen immer mit hinein.
Webdesign und variable Breiten
Im Web ändert sich die Zeilenlänge mit dem Gerät. Desktop, Tablet und Smartphone erzeugen unterschiedliche Lesesituationen.
Deshalb ist ein sauberes Spaltenkonzept oft wichtiger als die perfekte Schriftwahl.
Typischer Fehler in der Praxis
Texte werden häufig einfach auf volle Breite gesetzt, weil Platz da ist.
Lesbarkeit leidet dann nicht spektakulär, sondern schleichend.
Persönliche Erfahrung
Wenn ein Text nicht funktioniert, prüfe ich zuerst die Zeilenlänge.
Oft löst sich das Problem, noch bevor ich über Schrift oder Laufweite nachdenke.

