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MatBlog | Matlik-Design Konstanz

Zwischen Struktur und Gestaltung

„Kurze Texte - Gedanken über Gestaltung, Technik und Klarheit...”


Kerning ist Aufmerksamkeit für Details

Typografie

Kerning fällt selten auf, wenn es gut gemacht ist. Genau darin liegt seine Aufgabe.

Der Unterschied zur Laufweite

Kerning betrifft nicht den Text als Ganzes, sondern einzelne Buchstabenpaare. Bestimmte Kombinationen erzeugen optische Lücken oder Kollisionen, obwohl der Abstand rechnerisch korrekt ist.

Das Auge misst nicht in Einheiten. Es reagiert auf Formen.

Warum manche Buchstaben Probleme machen

Buchstaben wie A, V, oder W besitzen schräge Formen. Treffen sie auf Rundungen oder Senkrechten, entstehen ungleichmäßige Zwischenräume.

Ohne Kerning wirken Wörter dadurch unruhig, manchmal sogar falsch getrennt.

Automatik reicht selten aus

Moderne Schriften enthalten Kerning-Tabellen. Sie leisten gute Arbeit, aber sie kennen keinen Kontext.

Überschriften, Logos oder große Schriftgrade verlangen oft nach manueller Korrektur.

Kerning und Wortbild

Gutes Kerning stabilisiert das Wortbild. Buchstaben stehen nicht einzeln nebeneinander, sondern bilden eine geschlossene Form.

Das Lesen wird dadurch nicht schneller, aber ruhiger.

Typischer Fehler: Überkorrektur

Zu starkes Kerning wirkt sofort künstlich. Buchstaben beginnen sich zu berühren oder verlieren ihre Eigenständigkeit.

Kerning ist kein sichtbarer Effekt. Es ist eine Korrektur im Hintergrund.

Kerning im Web

Im Web ist man eingeschränkter als im Print. Trotzdem lohnt es sich, besonders bei großen Überschriften genau hinzusehen.

Ein schlecht gekerntes Wort bleibt länger im Kopf als ein gutes.

Eigene Haltung

Ich kerne selten lange Texte. Aber ich kerne fast immer Überschriften.

Wenn ein Titel nicht ruhig steht, hilft kein Layout.